BWL boomt: Das Wichtigste zum beliebtesten Studienfach

von PlusPeter Mrz 15, 2019

In Deutschland studiert jeder fünfte Studierende Betriebswirtschaftslehre – Tendenz steigend. Jetzt werden aber Stimmen laut, die fordern, das BWL-Studium grundsätzlich zu hinterfragen. Hat BWL etwa ausgedient?

Was kann man mit einem BWL-Abschluss in der Tasche verdienen? Welche Skills braucht man, um das Studium erfolgreich zu absolvieren? Wie gut stehen die Chancen mit einem BWL-Abschluss wirklich auf dem Arbeitsmarkt?

Wieso BWL – trotz Kritik – eine Daseins-Berechtigung hat

Ein Vorwurf, den BWL-Studierende oft hören: Dass sie ersetzbar seien. So gibt es in Deutschland laut Bundesagentur für Arbeit 2,2 Millionen Arbeitnehmer, deren Tätigkeiten betriebswirtschaftlich sind – aber nur 1,7 Millionen davon haben auch wirklich ein BWL-Studium absolviert.

Aber macht das einen BWL-Abschluss wirklich unnötig?

Ganz und gar nicht: Denn während viele Studierende den Wert eines BWL-Studiums nicht ausschließlich in den Inhalten sehen, macht der berüchtigte Workload des Studiums BWLer oft effizienter und kompetitiver als Studierende anderer Fächer. Und auch auf das im Berufsleben unverzichtbare Networking bereiten einen die BWL-Semester bestens vor. Viele BWL-Fakultäten oder spezialisierte Universitäten organisieren Networking-Formate, in denen Studierende sich mit Unternehmen vernetzen können.

Wie man das meiste aus einem BWL-Abschluss macht

Und das ist wichtig, denn – mit einer großen Zahl an BWL-Absolventen ist die Konkurrenz entsprechend hoch. Wie kann man sich also am besten von der Masse hochmotivierter und stressresistenter BWL-Studierenden abheben? Indem man sich spezialisiert. Mittlerweile bieten viele Hochschulen Kombinationsstudiengänge, wie etwa Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftsmathematik, an. Experten empfehlen außerdem, sich – über Englisch hinaus – eine weitere Fremdsprache wie etwa Chinesisch oder Spanisch anzueignen. Und auch fachlich lohnt es sich für BWLer, Nischen zu besetzen: Wer neben einem BWL-Abschluss auch noch technische Expertise mitbringt, kann im Markt überzeugen. Denn viele Unternehmen suchen Absolventen mit Analysefähigkeiten, einem Händchen für Zahlen, einem Sinn fürs Unternehmerische und guten Social Skills.

Was verdienen Berufseinsteiger?

Das hängt natürlich ganz davon ab, ob man in einem kleinen Startup, einem mittelständischen Betrieb oder einem globalen Konzern anheuert. Und auch je nach Branche fällt das Gehalt unterschiedlich hoch aus: Laut Gehalt.de ist die Versicherungsbranche für BWL-Absolventen die lukrativste: Hier kommen BWLer im Median auf knapp über 50.000 Euro pro Jahr – als Berufseinsteiger wohlgemerkt. Auf Platz zwei landet die Automobilindustrie und die bei vielen BWLern beliebte Karriere in Unternehmensberatungen landet mit einem Mediangehalt von 48.433 Euro auf Platz drei.

Übung macht den Meister: Wie wichtig Praxis für BWLer ist

Auch wenn Noten weiterhin ausschlaggebend sind: Wenn sich Personaler zwischen zwei BWLern mit derselben Note entscheiden müssen, überzeugt derjenige, der noch das gewisse Etwas zu bieten hat. Neben Fremdsprachenkenntnissen und Spezialisierungen sind das auch Praxiserfahrungen durch Praktika, Studentenjobs oder Zusatzqualifikationen. Gerne gesehen sind auch Auslandsaufenthalte, um Sprachkenntnisse zu unterstreichen.

Hast du das Zeug zum BWLer?

So weit, so gut. Aber was sollte man mitbringen, um das meiste aus einem BWL-Studium zu machen? In der Regel braucht man Abitur – aber auch ohne Abi-Zeugnis gibt es Wege, die zum BWL-Abschluss führen. Neben abgeschlossenen Berufsausbildungen und Berufserfahrung bieten einige Universitäten auch den Zugang über Eignungsprüfungen an. Über die Zugangsvoraussetzungen hinaus? Angehenden BWLern hilft ein grundsätzliches Verständnis und Interesse für Mathematik und wirtschaftliche Zusammenhänge – sonst wird der Stoff schnell zu trocken.

Die BWLer unter euch – was hättet ihr an eurem Studium geändert? Und: Würdet ihr noch einmal BWL studieren?



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