Bernd (42) ist Senior Marketing Manager und ein wasch-echter Workaholic – für ihn sind Überstunden selbstverständlich, denn er will CMO werden und eine Gehaltsstufe aufsteigen. Philipp (30) ist Social Media Manager und hat gerade die Beförderung zum Teamleiter Online Marketing ausgeschlagen – ihm ist seine Freizeit einfach zu wichtig. Sally (19) hat gerade ihren ersten Job als Junior Content Manager begonnen – sie wird jedoch nicht lange bleiben, denn da draußen warten ja genügend Jobs. Was haben diese drei gemeinsam? Sie sind vermeintliche Vertreter ihrer Generation.

Generation X und Y bestimmen das Arbeitsleben aktuell, Generation Z wartet bereits in den Startlöchern und wird die Zukunft der Arbeitswelt gestalten. Doch unterscheiden sie sich wirklich so stark wenn es um Arbeitsmoral, Work-Life-Balance oder Führungsstile geht? Wir haben für dich zusammengefasst, welche Werte für jede Generation wichtig sind und wie sich ihr Arbeitsstil auszeichnet. Erfahre welche Herausforderungen auf dein Unternehmen zukommen, wie du die richtigen Talente für dich findest und sie halten kannst.

 

Generation X, Y und Z: Wer ist wer?

Verschiedene Generationen sind geprägt durch Generations-Erlebnisse, wie Kriege oder Wirtschaftskrisen. Seit den 1920ern werden so bereits 5 Generationen unterschieden. Der Arbeitsmarkt wird insbesondere von den Generationen X, Y und Z geprägt, denn sie stellen die aktuellen und zukünftigen Arbeits- wie auch Führungskräfte dar.

  • Generation X: Jahrgänge 1965 bis 1980
  • Generation Y: Jahrgänge 1980 bis 2000 – man unterscheidet zwischen Studenten und Berufstätigen
  • Generation Z: Jahrgänge 1995 bis 2010

Die Generation X stellt vor allem Senior- und C-Level Fachkräfte, während die Generation Y die jungen Fachkräfte und zukünftiges Fachpersonal repräsentiert. Die Generation Z wird als Zukunft des Arbeitsmarkts gesehen und befindet sich noch in der Ausbildung, nimmt aber bereits mit ihren Erwartungen Einfluss auf Entwicklungen im Personalwesen und Employer Branding.

 

Werte & Motivation:  Das erwarten die Generationen vom Arbeitsleben

Die Generation X ist durch die Wirtschaftskrise geprägt und stellt daher den beruflichen Aufstieg in den Mittelpunkt. Doch dabei soll auch eine ausgeglichene Work-Life-Balance nicht zu kurz kommen. Sie schätzen Unabhängigkeit und Individualismus in der Arbeitsgestaltung.

Für die Generation Y nehmen Work-Life-Balance und Selbstverwirklichung einen noch wichtigeren Stellenwert ein – war es für die Vorgänger-Generation noch ein Bonus, ist es für die Millennials ein Muss. Sie suchen nach einem Job, der Spaß macht und ihrer Persönlichkeit entspricht. Außerdem legen sie Wert auf Vernetzung am Arbeitsplatz, sowohl auf sozialer als auch auf digitaler Ebene.

Die Generation Z wird die höchsten Ansprüche an Werte wie Unabhängigkeit und freie Entfaltung stellen. Die Selbstverwirklichung soll dabei nicht nur im Arbeitsleben, sondern auch im Privatleben stattfinden. Daher ist Flexibilität besonders wichtig – dies gilt für Arbeitszeiten, Arbeitsort wie auch für den Arbeitgeber selbst. Die Arbeit ist nicht mehr gebunden an ein Unternehmen, sondern an die eigene Fachkraft.

Work-Fit: So wichtig sind Unternehmensstruktur, Flexibilität & Technologie

Für Arbeitskräfte wird der sogenannte “Work-Fit” immer wichtiger – die Arbeit soll zur Persönlichkeit passen. In einer großangelegten internationalen Generationen-Studie entdeckte Universum Global bereits 2014, dass über die Hälfte der Befragten der Generation Y und Z hohen Wert darauf legen, dass der Job zu ihnen passt. Insbesondere in Deutschland nehme dies unter den Millennial Studenten einen hohen Stellenwert ein.

Für den richtigen Work-Fit müssen Faktoren wie Work-Life-Balance, professionelle Trainings wie auch eingesetzte Tools am Arbeitsplatz stimmen. Für alle Generationen spielen flexible Arbeitszeiten wie auch Arbeitsorte (Stichwort Home-Office) eine große Rolle, wobei sie für die Generation Y am wichtigsten ist. Mehr als ⅔ finden die Möglichkeit zu weiterbildenden Online-Kursen spannend. Überraschenderweise bevorzugen mehr als 60% der Generation Z und Y eine persönliche Schulung gegenüber einem Online-Kurs, während in der Generation X nur 55% ein Face-to-Face Training präferieren. Geht es um den Einsatz von Technologien im Arbeitsalltag zeigt sich hingegen ein differenzierteres Bild. So wird der Einsatz von modernen VR Technologien vor allem unter jüngeren Fachkräften immer wichtiger, während die Seniors noch auf Projektmanagement-Tools setzen.

Alle Generationen sehen Start-Ups, internationale Unternehmen oder ein eigenes Business als am attraktivsten an. Insbesondere die Fachkräfte der Generation Y (43%) und X (41%) sehen ihre berufliche Zukunft eher als eigener Boss. Staatliche Organisationen oder größere national agierende Unternehmen sind als Arbeitgeber nicht interessant.

 

Ängste & Aufstiegschancen: Die berufliche Zukunft der Generationen

Die Generation X hat die Karriereleiter bereits weit erklommen, wohingegen ihre Nachfolger noch mit großen Träumen an die berufliche Zukunft herantreten können. Doch sehen die Generationen nicht nur hoffnungsvoll in die Zukunft. Allen ist die Angst um Stillstand und fehlender beruflicher Weiterentwicklung gemein. Insbesondere in Regionen, in denen sich die Wirtschaft in einer Krise befindet, ist diese Angst hoch.

Jedoch sinkt die Sorge um eine Weiterentwicklung mit dem Alter. Sorgt sich noch über die Hälfte der der Millennials um beruflichen Stillstand, sinkt diese Zahl in der Generation X auf 47%. Dies mag vor allem daran liegen, dass viele der Berufstätigen bereits C-Level-Positionen einnehmen und sich dementsprechend weiterentwickelt haben.

Allen Generationen ist es wichtig, eine Führungsrolle einzunehmen. Dies steht im Kontrast zu den Vorstellungen, dass vor allem die Millennials lieber eine Beförderung ausschlagen um eine gute Work-Life-Balance zu erhalten. Tatsächlich ist dies jedoch eher für die Generation X ein Grund zur Ablehnung einer Führungsrolle. 35% würden auf eine Beförderung aufgrund dessen verzichten, wohingegen es für die Generation Y ca. ein Drittel und die Generation Z nur 19% sind. Allen ist jedoch gemein, dass sie den mit einer Führungsrolle verbundenen Stress, als ausschlaggebenden Ablehnungsgrund ansehen.

 

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Die Generation X sieht in der Führungsposition aber auch eine Chance als Mentor und Coach zu fungieren, es ist ihnen wichtig, ihr Wissen weiterzugeben. Hingegen sehen die Millennials insbesondere die berufliche Herausforderung und den höheren Verdienst als attraktiv an. Die Generation Z verhält sich eher zwiegespalten. Für sie ist die hohe Verantwortlichkeit innerhalb einer Führungsrolle besonders interessant, fürchtet sich allerdings auch gleichzeitig davor, dieser Verantwortung und den Erwartungen nicht gerecht zu werden. Diese Sorge zeigt sich bei Frauen noch stärker als bei Männern. Für gewöhnlich nimmt diese jedoch auch mit zunehmender Berufserfahrung ab.

 

So verhalten sich Millennials & Co. im Arbeitsleben

Die Generation X werden gern als “beste Arbeitskräfte” oder “Umsatzgarant” beschrieben, da sie sehr zielstrebig und ergebnisorientiert arbeiten. Sie scheuen sich nicht vor harter Arbeit und sind technisch versiert. Sie teilen gern Verantwortung und Macht, sind in ihrem Führungsstil jedoch eher bestimmend als motivierend.

Die Generation Y sind die sogenannten “Arbeitsplatz Spezialisten” und “unabhängigen Arbeiter”. Sie wissen genau, was sie wollen und kommunizieren dies offen. Auch wenn sie viel Wert auf Freizeit legen, scheuen sie sich nicht vor Arbeit und sind sehr ehrgeizig und wissbegierig, wenn ihnen die Arbeit Spaß macht. Dabei sind sie in ihrer Arbeitsweise selbständig und flexibel – das macht sie zu den “Meistern des Multi-Tasking”.

Die Generation Z wird als “Digital Natives” und “Natural Entrepreneurs” bezeichnet. Sie sind besonder technisch versiert und stark daran interessiert ein eigenes Unternehmen zu gründen. Sie sind sehr motiviert und neugierig. Dies spiegelt sich in ihrer offenen Arbeitsweise und kreativen Problemlösung wieder.

 

Diese Herausforderungen kommen auf dein Personalwesen zu

Das Arbeitsleben innerhalb von Unternehmen wird immer mehr vom Generationen Mix geprägt sein. Die Generationen X, Y und Z sind alle in der Mitarbeiterschaft eines Unternehmens vertreten. Sie bringen unterschiedliche Erwartungen, Ängste und Arbeitsweisen mit, für die Lösungen gefunden werden müssen. Personal- und HR-Manager sind daher gefragt das Thema “Diversity” in der Unternehmensstruktur, dem Arbeitsalltag sowie dem Denken der Mitarbeiter zu festigen. Spezielle Diversity- und Gleichberechtigungs-Schulungen oder -beauftragte können bei der Umsetzung helfen.

Neben der Vielfalt spielt vor allem die Flexibilität eine große Rolle. Biete in deinem Unternehmen Möglichkeiten zum flexiblen und mobilen Arbeiten an. Dabei geht es nicht nur um Arbeitszeiten, sondern auch den Arbeitsplatz wie auch die Arbeitsstrukturen. Wichtig ist, diese Möglichkeiten nicht einfach nur anzubieten, sondern deinen Mitarbeitern auch das Gefühl zu geben, dass es in Ordnung ist diese auch wahrzunehmen. Häufig scheuen sich Angestellte noch davor auch einmal eher zu gehen oder Überstunden abzubummeln um nicht als faul dazustehen.

Biete daher mit den richtigen Technologien wie auch Prozessen die Grundlage für ein flexibles Arbeiten. Globalisierung und Digitalisierung sind für die meisten Angestellten mittlerweile fester Bestandteil eines Unternehmens-Ökosystems. Sie erwarten Technologien und Tools, die ein vernetztes Arbeiten ermöglichen und Prozesse automatisieren. Deine eingesetzte Technik sollte daher immer reibungslos funktionieren und den Arbeitsalltag deiner Mitarbeiter erleichtern, sodass sich selbst ein großes Unternehmen klein und agil anfühlt.

So findest, bindest und führst du Mitarbeiter

Vor allem der “War of Talents” und die hohe Mitarbeiterfluktuation werden Unternehmen vor eine große Herausforderung stellen. Die Generationen Y und Z sehen im Berufswechsel eine Chance ihre Fähigkeiten zu vermarkten. Zudem wird für sie das selbstständige Arbeiten als Freelancer oder das Gründen einer eigenen Firma immer attraktiver. Im Bewerbungskampf sind daher nicht mehr nur andere Firmen die Konkurrenten, sondern auch der Kandidat bzw. Mitarbeiter selbst. Indem innerhalb des Unternehmens viele und vor allem die richtigen Perspektiven geboten werden, können Mitarbeiter gehalten werden. Siehe die Fluktuation auch als Chance für deine Firma an. Kandidaten suchen nach dem perfekten Work-Fit, so besteht auch für dich die Chance den besten Mitarbeiter für dein Unternehmen zu finden.

Um deine Mitarbeiter zu binden und spätere Führungskräfte zu gewinnen, solltest du den aktuellen Führungsstil in deinem Unternehmen genau analysieren. Führungskräfte werden zu Coaches. Als Moderator sollten sie eine offene Kommunikation sowie Inspiration in den Mittelpunkt stellen und dabei immer Sinn und Zweck der Arbeit klar vermitteln. Kalte Befehle und Mikromanagement schrecken die Talente ab. Um Führungspositionen innerhalb deines Unternehmens attraktiv zu machen, lohnt es sich mögliche Kandidaten bereits in ihren Junior Rollen langsam an das Thema Leadership heranzuführen. Indem sie bereits an kleineren Aufgaben im Arbeitsalltag praktisch an strategisches Denken und Risiko-Planung herangeführt werden, ohne eben ein solches Versagensrisiko zu tragen, fühlen sie sich später für eine leitende Rolle bereit. Insbesondere für die Generation Z, die starke Zweifel an ihrer Führungskraft aufweist, ist dies wichtig.

 

So gewinnst du den War of Talents

Ob Generation X, Y oder Z – allen ist die berufliche Weiterentwicklung, die Work-Life-Balance, die Chance auf Selbstverwirklichung und der damit verbundene Work-Fit wichtig. Die Generation X hat die Entwicklung hin zu diesen Werten eingeleitet, sodass sie für die folgenden Generationen immer mehr zu einem Muss werden und an Wertigkeit gewinnen. Wer diese feinen Unterschiede in den Erwartungen und Ängsten der Generationen versteht, kann äußerst zielstrebige Mitarbeiter für sich gewinnen und binden. Dein Personalwesen sollte sich daher auf folgende Themen konzentrieren:

  • Diversity: sei generationenübergreifend ein attraktiver Arbeitgeber
  • Mitarbeiterpsychologie: erkenne individuelle Ängste und biete Lösungen an
  • Work-Fit: wähle einen Kandidaten, der zu deinem Unternehmen passt
  • Sinn & Zweck: kommuniziere klar den Sinn der Arbeit in deinem Unternehmen
  • Training: biete frühzeitig eine praxisrelevante Fortbildung an
  • Agilität: schaffe agile Prozesse für ein flexibles Arbeitsleben
  • Fluktuation: siehe Personalfluktuation als Chance die besten Mitarbeiter zu finden

Wenn sich diese Punkte in deinem Employer Branding wiederspiegeln, wirst du die richtigen Kandidaten in jeder Generation für dein Unternehmen gewinnen.

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Über den Autor
Jasmin kam zufälligerweise bei uns vorbei. Angelockt vom Duft diverser Süßigkeiten aus unserer Snackbox, war ihre Entscheidung sofort klar - hier muss ich arbeiten. Als Expertin im Marketing schreibt sie am liebsten Beiträge zu diversen Themen in diesem Bereich.