Soziale Medien sind nicht mehr aus den Köpfen der jungen Generationen wegzudenken. Ob während der Bahnfahrt, im Wartezimmer oder der Mittagspause im Büro – Die Generation Y und Z sind immer online erreichbar. Da sie gerade auf dem Weg in den Arbeitsmarkt sind, sollten Personaler deren Rekrutierung bereits jetzt schon im Kopf haben. Bereits 2020 werden Gen Y und Z über die Hälfte der Arbeitnehmer weltweit ausmachen.

Wieso also nicht die Bewerber dort erreichen wo sie sich sowieso aufhalten: in den sozialen Medien à la Facebook, Instagram und Co … Unternehmen können dort mit potenziellen Bewerbern in Kontakt treten.

Ob Push-Benachrichtigung, Preview der erhaltenen Nachricht oder die Benachrichtigung über einen Kommentar zum Urlaubs-Selfie: Bei dem gelegentlichen Blick auf das Smartphone erscheinen durchgehend Notifications von sozialen Medien, die mittlerweile direkt als App auf dem Smartphone verfügbar sind. Immer online, immer erreichbar … Grund genug, dieses Laster in der Rekrutierung zu verwenden. Soziale Netzwerke werden zwar überwiegend aus privaten Gründen genutzt – das bedeutet aber nicht, dass deshalb ein beruflicher Fokus ausgeschlossen ist. Um Erfolge über diese Art von Personalbeschaffung zu erzielen, ist eine gezielte Ansprache als Unternehmen wichtig.

Warum Social Media-Recruiting gut funktioniert

Wie erfolgreich das Recruiting über soziale Medien ist, zeigt auch die Statistik: 46% der Unternehmen nutzt soziale Netzwerke zur Ansprache. Warum? Nun ja, die Online-Rekrutierung über diese Medien bieten zahlreiche Vorteile – und das auf beiden Seiten. Denn auch für den Bewerber bietet sich der Vorteil, direkt auf das Jobangebot reagieren zu können. Dabei werden Fragen vom Unternehmen schnell beantwortet, da beide Parteien durch Pop-ups schnell über neue Nachrichten benachrichtigt werden. Von der Unternehmensseite aus hat das Recruiting definitiv einen großen Vorteil: die geringen Kosten. Nebenbei werden potenzielle Kandidaten direkt angesprochen – so erreicht das Unternehmen sowohl aktive, als auch inaktive Kandidaten. Durch Portale wie Xing oder Linkedin kann der Personaler dann direkt einen ersten Eindruck vom Kandidaten erhalten und so direkt entscheiden, ob ein weiterer Schritt erfolgen soll.

Worauf Unternehmen achten müssen – und auf welche Kanäle sie setzen sollten

Damit das Recruiting zum Erfolg wird, sollten einige Punkte beachten werden. Denn einfach nur einen Post auf der Facebookseite des Unternehmens zu veröffentlichen, ist definitiv nicht genug. Zu Beginn solcher Maßnahmen muss sich ein Unternehmen darüber bewusst werden, welche Stellen durch diese Art von Recruiting besetzt werden sollen – und wen sie mit den Maßnahmen ansprechen wollen. Das kann die nächsten Schritte um einiges vereinfachen. Unternehmen sollten sich bei der Ansprache auf relevante Plattformen beschränken. Handelt es sich bei dem künftigen Arbeitgeber um einen internationalen Konzern mit Englisch als Unternehmenssprache, bietet sich eine internationale Plattform wie LinkedIn an. In der DACH-Region ist Xing eine viel genutzte berufliche Plattform. Egal, welche der beiden beruflichen Plattformen genutzt wird: Rund 72,6% der Kandidaten verfügen über ein Profil bei mindestens einer von beiden.

Bei den jüngeren Generationen sind mittlerweile auch Facebook und Twitter in Sachen Jobsuche auf dem Vormarsch. Gerade auf hauptsächlich privat genutzten Plattformen ist die Auswahl der Gruppen und Communities wichtig, um einen Erfolg zu erzielen.
Während in einem Startup oft direkt geduzt wird, bleibt es bei traditionellen Unternehmen eher beim Siezen. Die Ansprache der Kandidaten sollte also auf das jeweilige Unternehmen angepasst werden, um ihnen direkt einen Eindruck der Unternehmenskommunikation zu vermitteln.

Auf dem Weg zum Kandidaten – wie erreiche ich geeignete Bewerber?

Generell sollte bei Recruiting über Social Media zwischen verschiedenen Methoden unterschieden werden. Auf allen relevanten Kanälen sollte in jedem Fall eine Unternehmensseite geschaltet werden. Dort können alle potenziellen Kandidaten einen Eindruck vom Unternehmen gewinnen. Zudem unterstützt ein solcher Unternehmensauftritt beim Employer Branding. Die Unternehmensseite sollte immer aktuell gehalten werden – denn wer interessiert sich schon für die Weihnachtsfeier aus 2016?

Um Bewerber zu erreichen, kann ganz traditionell eine Stellenanzeige in beruflichen Netzwerken und mittlerweile auch bei Facebook geschaltet werden. So können Jobsuchende direkt mehr über die ausgeschriebene Stelle erfahren. Ein Nachteil dieser Methode ist, dass lediglich aktive Kandidaten sich mit der Stellenanzeige auseinandersetzen – aber für Unternehmen sind gerade die sogenannten passiven Kandidaten, die nicht aktiv auf Jobsuche sind, besonders interessant.
Wie man diese erreicht?

So machen Personaler aus passiven Kandidaten neue Kollegen

Zum einen gibt es das Online Active Sourcing: Bei dieser Direktansprache schreiben Personaler die Kandidaten per Direktnachricht an und informieren sie über eine offene Position. Diese Art von Ansprache erfolgt auf beruflichen Netzwerken wie Xing und Linkedin und ist gerade bei schwer zu besetzenden Positionen eine ideale Methode. So kann nach Qualifikationen gefiltert werden und der Lebenslauf vor der Ansprache begutachtet werden. Selbst wenn der Kandidat aktuell nicht vorhat, das Unternehmen zu wechseln, kann der Kontakt gepflegt werden – und vielleicht in Zukunft doch noch zur Grundlage für eine Zusammenarbeit werden.

Eine komfortable Methode für den Personaler bietet das Schalten von Paid-Ads in den Sozialen Medien. Das klingt jetzt vielleicht erstmal wie eine Maßnahme an die breite Masse, aber ist es definitiv nicht: Denn bei Facebook oder Instagram kann genau gefiltert werden, welche Eigenschaften die erreichte Personen haben soll: Wohnort, Alter oder auch Interessen lassen sich eingrenzen – so erscheinen dann im Feed von Wunschkandidaten Ads des Unternehmens. Die Methode erreicht, im Vergleich zur Direktansprache, eine größere Anzahl von potenziellen Kandidaten. Sie hilft, schnell Bewerbungen zu generieren und bietet auch bei schwer zu besetzenden Positionen ein ideales Tool. Platz für solche Paid-Ads bieten soziale Medien wie Facebook oder Instagram. Seit Mai 2018 bietet auch die Social App Jodel Anzeigenschaltung an und entwickelt sich zum Recruiting-Geheimtipp. Über Geo-Tagging von Universitäten können gezielt Studierende getargetet werden. Aber auch Schüler für potentielle Ausbildungsplätze tummeln sich in der App.

Neben dem Recruiting bieten soziale Medien Unternehmen ebenfalls die Möglichkeit, ein positives Arbeitgeberimage aufzubauen.
Kandidaten können durch verschiedene Methoden von Personalern kontaktiert werden. Dabei überzeugt das Recruiting über soziale Medien als kurzfristige Maßnahme, um Positionen schnell besetzen zu können. Schwer zu besetzende Positionen können durch diese zusätzlichen Recruiting-Kanäle ebenfalls einen Zuwachs an Kandidaten verzeichnen. Ein erfolgreiches Recruiting über soziale Medien erfordert jedoch Zeit – vom Marketing- bis zum HR-Team. Denn Unternehmensseiten und Updates müssen auf verschiedenen Kanälen gepflegt und einheitlich sein. Eine Strategie ist in jedem Fall ein Muss, damit solche Maßnahmen erfolgreich werden können. Neben dem zeitlichen Faktor ist auch das Budget erwähnenswert. Ein Premium-Account auf Xing und Co. ist kostenpflichtig, dazu können Optionen für eine erfolgreiche Suche auf den Business Netzwerken freigeschaltet werden. Sollen lediglich Paid-Ads geschaltet werden, ist auch hier mit Kosten zu rechnen. Trotzdem überwiegen bei der Rekrutierung über soziale Medien die Vorteile und kann Personaler langfristig entlasten.

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Über den Autor
Jacqueline ist unsere Content Fee aus dem Customer Success Team und weit mehr als nur eine Leihgabe. Als Sommertype sieht sie nicht nur sommerlich aus, sondern hat ein auch ebenso sonniges Gemüt.