Die Zielgruppe deines Produkts zu finden, ist die Grundlage jeder Marketingstrategie. Doch beziehst Du in dein Marketing ein, dass der Student von heute, deine Zielgruppe von morgen sein könnte? Viele Unternehmen konzentrieren sich nur auf das Hier und Jetzt und verpassen damit, den Erfolg des Unternehmens langfristig zu sichern. Lies hier, wie Du Kunden binden kannst, bevor sie überhaupt Kunden werden und so erfolgreich bleibst.

Was ist Early Branding?

Early Branding ist eine Marketingstrategie, die darauf abzielt eine emotionale und positive Bindung potenzieller Nachwuchskunden zu deiner Marke aufzubauen, bevor sie über das Kapital verfügen, dein Produkt zu kaufen.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Das Bevölkerungswachstum geht seit Jahren stetig zurück. Lag der Anteil der unter 20-Jährigen 2013 noch bei 18,1 %, so sinkt er bis 2050 auf 16,8 %. Mit zurückgehender Gesamtbevölkerungszahl ist das ein Verlust von ca. 2 Millionen Neukunden, die die Unternehmen unter sich aufteilen müssen. Umso früher Du also Kunden „brandest“, desto leichter wird es dir in Zukunft fallen, dein Produkt weiterhin erfolgreich auf dem Markt zu platzieren.

Zusätzlich sicherst Du dir damit eine indirekte Kaufkraft. Mache Studenten zu Markenbotschaftern und bekomme ein persönliches Sprachrohr deiner Marke zu den älteren Generationen. In einer Zeit, wo jung das neue spießig ist, sind gerade Menschen im Alter von Studenten Trendsetter. Damit haben sie einen großen Einfluss auf die, die schon fest im Leben stehen, aber es eigentlich noch gar nicht wollen.

Wie funktioniert Early Branding?

Dafür gibt es unterschiedliche Wege. Junge Menschen und gerade Studenten befinden sich in einem stetigen sozialen und soziologischen Wandel. Ihre Bedürfnisse werden immer wieder von neuen Trends und der Suche nach ihrem Platz in der Welt beeinflusst. Grundlegend ist es also sehr wichtig die Zielgruppe kennenzulernen und die wechselnden Trends im Auge zu behalten, damit Du auf sie effektiv Einfluss nehmen kannst.

1. HastDueine Wahl, mach’s digital!

Ein guter und vor allem preiswerter Weg eine junge Zielgruppe zu erreichen, sind soziale Netzwerke. 89 % der 16-24 jährigen nutzen sie. 2013 schon mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 2,7 Stunden pro Tag.

Die beliebtesten sozialen Netzwerke in Deutschland:

  • WhatsApp ca. 37 Millionen Nutzer
  • Facebook ca. 26 Millionen Nutzer
  • Xing ca. 11 Millionen Nutzer
  • LinkedIn ca. 9 Millionen Nutzer
  • Instagram ca. 7 Millionen Nutzer
  • YouTube ca. 6 Millionen (produzierende Nutzer)
  • Snapchat ca. 3,5 Millionen
  • Pinterest ca. 3 Millionen Nutzer
  • Twitter ca. 1 Millionen Nutzer
  • Foursquare ca. 600 Tausend Nutzer

Da Studenten eine sehr erlebnisorientierte Zielgruppe sind, lohnt es sich auf jeden Fall einen Blick auf die Story-Funktionen (z.B. Instagram Stories) der verschiedenen sozialen Netzwerke zu werfen. Baue einen eigenen Kanal für diese Zielgruppe auf und füttere ihn mit unterhaltsamem oder informierendem Content, den Du auf eine am besten spielerische und zurückhaltende Art und Weise mit deinem Branding verknüpfst. Und dabei ist immer darauf zu achten: Qualität vor Quantität. Nur mit hochwertigem Content kannst Du aus der Masse hervorstechen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

2. Sponsoring

Suche dir Influencer, Organisationen oder Veranstaltungen, die zu deinem Unternehmen passen und die richtige Zielgruppe ansprechen. Achte genau darauf, welches Image bei deinem neuen Kooperationspartner vertreten wird und ob es wirklich der Eindruck ist, den Du mit deinem Unternehmen verknüpft haben möchtest. Es ist schwierig einmal gewonnene Assoziationen, wieder zu verändern.

3. Event-Marketing

Wie schon erwähnt, sind Studenten erlebnisorientiert. Also gibt’s noch die Möglichkeit, anstatt Veranstaltungen zu sponsern, selbst welche zu organisieren. Sichere dir Stände auf Großveranstaltungen und locke mit einem besonderen Angebot.

4. Kooperationen mit Hochschulen

Je nach dem, welches Produkt Du verkaufst, kann es interessant für dich und die Hochschule sein, eine Partnerschaft zu etablieren. Helfe bei der Organisation der Sommerfeste, unterstütze weitere universitätsinterne Veranstaltungen oder lasse Studenten deine Produkte testen.

Darüber hinaus ist es für die Content-Produktion deiner Social-Media-Kanäle von hohem Wert, mit Studenten zusammenzuarbeiten. Sie kennen die Zielgruppe genau und haben durch die Uni meist eine gute technische Unterstützung. Manchmal ist es sogar möglich so ein Kommunikationsprojekt, in Seminare zu integrieren.

Finde hier die Hochschulen in deiner Umgebung.

Beispiel: Grow Up

„Menschlich, spontan, jung.“ So betitelt Rolf Schröter, Leiter des Marketing-Ressorts des Verlags Werben & Verkaufen (w&v) die neue Kampagne „Grow Up“ von Mercedes Benz. Sie liefert uns ein perfektes Beispiel für eine Early-Branding-Kampagne.

Mercedes Benz versucht schon lange, sich von seinem „Altherren-Image“ zu entfernen und hat mit dieser Kampagne nun einen progressiven Angriff gestartet, eine jüngere Zielgruppe zu erschließen. Besonders auffallend ist, dass hierbei nicht die Produkte in den Vordergrund gestellt werden, sondern eine emotionale Welt geschaffen wird, mit der sich junge Menschen identifizieren können. Unterstützt wird die Kampagne von Influencern wie dem US-Rapper ASAP Rocky, der bei der Zielgruppe auf großen Anklang stößt.

Bei „Grow up“ geht es also nicht vordergründig um den direkten Verkauf. Mercesdes Benz plant langfristig. Sie möchten ein gutes Image bei den Menschen aufbauen, die sich so ein Auto möglicherweise erst in ein paar Jahren leisten können. So geht Early Branding.

 

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Über den Autor
Paul ist freier Autor und treuer Mitstreiter von PlusPeter. Da er als Kind in einen literarischen Zaubertopf gefallen ist, laufen ihm schmucke Blogbeiträge nur so von der Feder. Mit seinen inspirierenden Ideen steckt er uns immer wieder alle an